Entzug unserer vier Kinder


ohne ordentlichen Gerichtsbeschluß oder Kindeswohlgefährdung


(Kosten der Unterbringung für den Steuerzahler seit 04.11.2020: Euro zzgl. Nebenkosten)

Von der Hilfeleistung zum mißbräuchlich angewandten staatlichen Wächteramt


Vor einer breiten Öffentlichkeit unbemerkt, greifen Gerichte und Jugendämter in Deutschland jährlich minde­stens hundertfach unsachgemäß, die Grundrechte von Eltern und Kindern verletztend, in Familien ein und nehmen Kinder in staatliche Obhut, ohne zuvor ausführlich – und den Anforderung an dieses 'letzte Mittel' entsprechend – ordentlich ermittelt oder im Vorfeld primär anzuwendende Möglichkeiten zur Familienhilfe bzw. das Belassen der Kinder im nahen familiären Umfeld der Eltern geprüft zu haben.

Der folgende aktuelle Fall dokumentiert exemplarisch das leidvolle und folgenreiche Handeln von Behörden und Gerichten:


Mein Name ist Frank Sonneborn. Es war, glaube ich, im Sommer 2016, daß wir, Mutter, Vater, vier Kinder, während eines Urlaubs zum ersten Mal mit dem Wort „freilernen“ in Kontakt kamen. Eine junge Familie hatte sich beim Frühstück zu uns gesellt, und wir sprachen über dies und das. Ich fragte, welche Schule die beiden noch kleinen Mädchen einmal besuchen würden, hier, so fernab von Hauptstraßen und öffentlichem Nahverkehr. Die Antwort des Vaters überraschte mich: Keine Schule, man wolle im Leben lernen - frei lernen. Das saß. Ich hätte niemals ermessen, welchen Einfluß dieses Wort einmal auf unser Leben und den Fortbestand unserer Familie haben würde.

Nach unserer Rückkehr nach Rügen ging mir das Gespräch mit dem Familienvater nicht aus dem Kopf und ich begann, zum Freilernen zu recherchieren; häufig in Gesellschaft meiner damals 12jährigen Tochter. Ich fand Gefallen an der Idee, auf die Wünsche und die Fähigkeiten von Kindern – aber auch Befindlichkeiten – zu hören und sie individuell zu fördern anstatt ihre Köpfe neun bis 13 Jahre uniform mit Wissen zu allen möglichen und unmöglichen Themen versorgen zu lassen.

Wir erarbeiteten, nachdem wir uns viel Zeit genommen und uns ausführlich mit den mutmaßlichen Vor- und Nachteilen des vom Staat unbeaufsichtigten Lernens in Freiheit beschäftigt hatten, ein kurzes Konzept und begaben uns zum zuständigen Schulamt nach Greifswald.

Der dortige Schulrat zeigte sich offen und interessiert, gab aber zu bedenken, daß die deutsche Schulpflicht derartige Ideen und Verhaltensweisen nicht vorsehe, er uns auffordern müsse, den Schulbesuch der Kinder fortzusetzen und sicherzustellen.

In den darauffolgenden Monaten wurden wir einmal vom Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) des Jugendamtes zum gemeinsamen Gespräch eingeladen. Ich erschien mit allen vier Kindern, meine älteste Tochter wurde angehört und um ihre eigene Einschätzung zum Freilernen gebeten. Die anderen im Gang spielenden Kinder müßten – auf meine Frage hin – nicht gehört werden; man könne keine Kindeswohlgefährdung erkennen.

Weitere Monate vergingen, bis sich eine Delegation des Jugendamtes bei uns einfand und mit ernster Miene erklärte, es gäbe dringenden Gesprächsbedarf. Ich vereinbarte mit der Kindesmutter die Wahrnehmung eines Termins direkt am nächsten Tag. Obgleich sich unsere Situation vor Ort und unsere Einstellung zu Sinn bzw. Unsinn von SchulPFLICHT weder im Großen, noch im Kleinen verändert hatte, sähe man nun Anzeichen für eine latente Kindeswohlgefährdung und würde diese Einschätzung gern vom einem Gericht überprüfen und unsere Lebenswirklichkeit bewerten lassen.


„Wir müssen nicht lange verhandeln, ich habe meine Entscheidung bereits getroffen.“

Es sollte anders kommen. Anders, als wir erwartet hatten. Und genauso anders, als es die beiden Prozeßbeiligten des ASD erwarten konnten.

Bereits die Befragung unserer Kinder durch Richterin Beatrice Lemcke-Breuel am Amtsgericht Bergen auf Rügen verlief unangemessen, rethorische Stilmittel (Gedächtnisprotokoll vom selben Nachmittag: „Du glaubst doch wohl nicht, Du könntest Deine Wünsche ohne Schulabschluß erreichen.“ „Du lebst in einer Blase.“ „Du wirst genauso Hartz IV empfangen wie Deine Eltern.“ „Glaubst Du, mir macht jeder Tag gleich viel Spaß?“ „Ich stehe auch nicht gern früh auf.“ „Ich schreibe mir einen Tagesplan, damit ich nichts vergesse.“) konnten unsere beiden ältesten Kinder nicht parieren; für sie endete die Befragung tränenreich. Verfahrensbevollmächtigte Rechtsanwältin Friederike Kellotat (Stralsund) und Richterin kommunizierten auffällig vertraut miteinander; die 'Anwältin der Kinder' unterstützte diese nicht, nahm nicht Partei für sie ein.

Die Richterin protokollierte, meine große Tochter sei mit „bauchfreiem“ Oberteil erschienen. Bis heute habe ich nicht verstanden, welcher verfahrensrelevante Inhalt aus dieser Feststellung abgeleitet werden sollte, zumal der betreffende Hoodie nicht auffallend kurz ist, wie auf dem Photo zu sehen.

Der erste Satz von Richterin Lemcke-Breuel im anschließenden Termin – an die Verfahrensbevollmächtigte der Kinder gewandt – ließ erahnen, daß wir kein faires und ergebnisoffenes Verfahren zu erwarten hatten und kein unvoreingenommenes Gericht: „Wir müssen nicht lange verhandeln, ich habe meine Entscheidung bereits getroffen.“

Diese Satz sollte nicht die einzige Besonderheit in unserer 'Verhandlung' bleiben. Die beiden Mitarbeiterinnen des ASD, Jana Berger und Jana Heinrichs hatten keine Vorbereitungen für den Termin getroffen. Sie wußten keine Anträge zu stellen, und so soufflierte ihnen die Richterin ein ums andere Mal, was sie beispielhaft beantragen könnten: Die Inobhutnahme der Kinder und Verbringung in ein Internat. Dieses dürfe auch außerhalb des Bundeslandes gefunden werden. Die Eltern erhielten Besuchsrecht für die Wochenenden. Sie, die Familienrichterin, könne kraft Ihres Amtes das Sorgerecht auch in Gänze auf das Jugendamt übertragen, wobei sie erwartete, daß ein solcher Beschluß vom OLG in Rostock im Beschwerdeverfahren gekippt werden könnte, sie gehalten wäre, „Milde walten“" zu lassen.

Frau Lemcke-Breuel hatte sich auf uns und das Thema „freilernen“ insofern 'vorbereitet', als sie – an die Jugendamts-Mitarbeiterinnen gewandt – in die (vier bis 13) Jahre gekommene Urteile zitierte, in denen jeweils die elterliche Sorge eingeschränkt worden war. Ich halte dieses Verhalten für eine mindestens unangemessene Beeinflussung Prozeßbeiligter; ob es legitim ist, wäre zu klären. Aktuelle Urteile von bundesdeutschen Oberlandesgerichten aus den seinerzeit letzten zwei Jahren hatten unisono den Tenor, daß keine Eingriffe angebracht, denn angemessen wären. Diese Urteile waren unserer Familienrichterin unbekannt; sie bat mich um die entsprechenden Aktenzeichen.


„Ihre Kinder sind Analphabeten! Sie haben als Eltern völlig versagt!“

Unser jüngsten schulpflichtigen Kinder (neun und sechs) waren in ihrer jeweiligen Befragung angehalten worden, sinngemäß die Aussage „Ich gehe nicht zur Schule. Ich bin Freilerner.“ aufzuschreiben und ein paar Rechenaufgaben zu lösen. Beide Aufgaben lösten sie mehr schlecht als recht. Wenn man bedenkt, daß beide unter großem Druck standen und, was noch viel schwerer wiegt, mein jüngster Sohn nach der ersten Klasse noch gar nicht über derartige Schreib-Fähigkeiten verfügte, Division noch überhaupt nicht Unterrichtsstoff des älteren gewesen war, dann sind diese schulischen 'Leistungen' ganz anders zu bewerten als mit der, später in der Verhandlung verallgemeinernden Vorhaltung, unsere Kinder seien Analphabeten, wir hätten als Eltern völlig versagt.

Am Ende der Verhandlung war unser Sorgerecht in Sachen Schulbesuch verloren, eine Ergänzungspflegerin, Paulina Wilke, Amtsvormund beim Jugendamt Bergen, bestimmt. Unser substantiierter Vortrag wurde nicht zugelassen (Verletzung Art. 103 Abs. 1 GG, Anhörung Verfahrensbeteiligter), dieser könne ausführlich im Beschwerdeverfahren stattfinden, war die erklärte Ansicht der Richterin.

Es war nicht viel Zeit vergangen, als mich die eine der beiden Mitarbeiterinnen des Jugendamtes, Jana Berger, anrief und uns Kindeseltern zu einem Gespräch nach Bergen bat. 'Unter vier Augen' verriet sie mir, daß sie nach der Verhandlung für Tage 'nicht zu gebrauchen' gewesen sei. So eine Vorgehensweise einer Familienrichterin hätte sie 'noch nie erlebt'. Frau Berger wollte eine Idee mit uns besprechen, mit der es möglich sein könnte, „die Kuh vom Eis zu holen“. Ich war interessiert und folgte zusammen mit der Kindesmutter der ausgesprochenen Einladung. Der Plan war, eine „Aufsuchende Familientherapie“ (AFT) einzurichten, auch um dem Familiengericht gegenüber Aktivität zu demonstrieren. Wir Eltern stimmten nach kurzer Beratung zu und nahmen die „Familienhilfe“ ab Januar 2019 für rund anderthalb Jahre wahr.

In den Wochen und Monaten nach der Gerichtsverhandlung haben Jugendamt und Ergänzungspflegerin noch in mehreren Terminen mit mir nach einer Lösung gesucht, die sowohl die Position von Schulamt und Gericht als auch unsere in Einklang bringen sollte. Je mehr Zeit verging, umso deutlicher wurden die Forderungen des Jugendamts sowie deren Drohungen; mittlerweile wurde dieselbe Situation wie vor dem Gerichtstermin – nämlich unsere Lebenswirklichkeit – ausdrücklich als Kindeswohlgefährdung eingestuft. Eine dieser 'angepaßten' Einschätzung zugrundeliegende Veränderung hatte es keine uns bekannte gegeben.

Anders, als in Aussicht gestellt, wurde die Beschwerde vor dem OLG Rostock letztendlich im schriftlichen Verfahren entschieden, nachdem drei Termine zur mündlichen Verhandlung aus unterschiedlichen, Gründen verworfen werden mußten. Das erstinstanzliche Urteil wurde bestätigt.

Soweit die 'Vorgeschichte'! Der viele Lesestoff war leider unumgänglich, weil er unbedingt relevant ist für Einordnung und Bewertung des Beschlusses, der nach den Sommerferien zum Entzug unseres Sorgerechts führen sollte.

Im Sommer dieses Jahres 2020 wurden wie erneut vom Familiengericht geladen; diesmal zur Verhandlung im Hauptsache-Verfahren. Nach einem Moment der Verwunderung hatten wir Eltern verstanden, daß das erste Verfahren eines mit einstweiligen Rechtsschutzes war.

Es erschienen die Verfahrensbevollmächtigte, die Fachgebietsleiterin „Sozialpädagogischer Dienst Rügen“" Anja Grüner, ein mir unbekannter Mitarbeiter des Schulamtes, eine hinzugezogene psychologische Gutachterin, Frau Beate Labs (Greifswald) und wir als Eltern. Der Termin war kurz; wir wurden u. a. gefragt, ob wir mit der Begutachung unserer Kinder einverstanden wären. Wir waren. Dieser wurde bestimmt auf den 18.08.2020.

Die Gutachterin kam, sah und urteilte. Ihr Auftrag war, die Interaktion zwischen den Kinder und mir als hauptsächlich mit der Kinderbetreuung beschäftigten Elternteil psychologisch zu bewerten und herauszustellen, ob Auffälligkeiten vorliegen, Defizite, Entwicklungs-Verzögerungen o. ä. Zusätzlich ersuchte sie, sich das Wohnhaus von meinen Kindern zeigen zu lassen. Ich fragte sie bei der Verabschiedung nach einer ersten Einschätzung. Sie werde das Gutachten verfassen, war ihre Antwort.

Nach heutigem Kenntnisstand lag dieses dem Gericht am 19.08.2020 vor. Ein mit uns abgestimmer Haus-Termin der Familienrichterin wurde von dieser kurzfristig 'aus dienstlichen Gründen' vom 15.09. auf den 31.08.2020 vorverlegt. Die Änderung erfuhren wir am Vorabend des Termins, als ein Freund unseren Briefkasten leerte. Wir befanden uns zu dritt im Urlaub in Berlin. Noch am Abend des 30.08. versandte ich ein Fax vom Hotel aus an das Gericht mit der Information, daß wir ortsabwesend sind und ich um einen neuen Termin bitte.

Nach Aussage der Richterin hat sie das Fax nicht rechtzeitig erreicht, und so begaben sich Frau Lemcke-Breuel und die Verfahrensbevollmächtigte auf unser Gelände. Gegen 9:30/10 Uhr hat mich Frau Kellotat telefonisch erreicht, um mitzuteilen, man befände sich auf unserem Hof. Ob diese Begehung durch beide legitim war ohne unsere ausdrückliche Zustimmung oder unser Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung – Art. 13 Abs. 1 Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland – dadurch verletzt, wäre juristisch zu klären. Keinesfalls jedoch konnten sich Richterin und Bevollmächtigte einen Eindruck vom Zustand im Haus machen, da dieses verschlossen war.

Ihre Eindrücke vom Außenbereich des Hauses in Verbindung mit dem von Frau Labs erstellten Gutachten waren Frau Lemcke-Breuel Anlaß genug, noch am selben Tag einen Beschluß zu erlassen, der das Sorgerecht unserer Kinder auf das Jugendamt übertrug und die umgehende Inobhutnahme der Kinder anordnete.

Am 01.09.2020 erschienen morgens gegen 9:30 Uhr zwei Mitarbeiterinnen und zwei Mitarbeiter des Jugendamtes und übergaben mir den benannten Beschluß mit der Bitte, die Kinder samt Wechselwäsche für ein paar Tage herauszugeben. Ich erbat mir etwas 'Bedenkzeit', um die Situation mit unserem (Freilerner-)Anwalt besprechen zu können. Zeitgleich erstattete ich meinen beiden ältesten Kinder kurz Bericht und wies sie an, jetzt wird es 'abenteuerlich', das Haus durch ein Fenster zu verlassen und sich in der Nähe zu verstecken – seitdem befinden wir uns auf der 'Flucht'.

Ich war mir zu diesem zeitpunkt_real – und bin es noch immer – 100%ig sicher, richtig und auch rechtens gehandelt zu haben. Richterin Lemcke-Breuel hat sich zu keiner Zeit damit aufgehalten, uns anzuhören, sie hat sich keinen persönlichen Eindruck von den Verhältnissen im Haus verschafft, und sie kann darüber hinaus unmöglich mit „großer Wahrscheinlichkeit“ vorhersagen, daß Wohnort, übrige Lebenswirklichkeit oder der Einfluß von mir auf die Kinder eine Kindeswohlgefährdung nach § 1666 BGB hervorrufen können oder schon darstellen.

Am schwersten wiegt jedoch, daß der Beschluß keines der Merkmale beinhaltet, die das Bundesverfassungsgericht in seiner ständigen Rechtsprechung dafür vorsieht. Die Rechtsprechung des höchsten deutschen Gerichts ist für die Fachgerichte unbedingt bindend; genauso wie geltendes Recht.

Wir bewohnen seit mehr als zehn Jahren ein Haus, daß bereits bei einem Besuch von Mitarbeitern des ASD im Jahre 2011 für 'grenzwertig' befunden wurde, ohne, daß irgendwelche Beeinträchtigungen bei unseren Kindern festzustellen wären. Sie sind dem jeweiligen Alter entsprechend entwickelt, selbständig, vielseitig interessiert, kognitiv unauffällig, empathisch, wach, mutig, stark und gesund.

Folgende Fehler und 'Ungenauigkeiten' sind mir während der Verfahren aufgefallen:

  • Vorwegnahme des Resultats der Verhandlung bereits im ersten Satz
  • einseitige Vorbereitung der Richterin
  • Beeinflussung der verfahrensbeteiligten ASD-Mitarbeiterinnen
  • Beschluß ohne Wohnraum-Begehung (durch Richterin)
  • Mißachtung von Verhältnißmäßigkeit und Elternrechten
  • Nichtbeachtung des Interaktionsbeobachtung (Video) durch die Gutachterin
  • keine Würdigung des Berichts der Aufsuchenden Familientherapie zur Entwicklung der Kinder und ihrem Verhältnis zu den Eltern
  • keine Würdigung weiterer 'entlastender' Dokumente

Es gibt Anlaß zur Hoffnung, den Beschluß, nötigenfalls über den Instanzenweg, aus der Welt zu schaffen oder wenigstens stark aufzuweichen. Das Bundesverfassungsgericht als höchstes deutsches Gericht entscheidet regelmäßig, daß auch in sehr viel unklareren Fällen das Recht der Eltern auf das Zusammenleben mit ihren Kindern höher zu bewerten ist, als die reine Annahme von Gerichten und Jugendämtern, daß Kindeswohlgefährdungen nicht auszuschließen seien.

Nur noch kurz: Ich habe zuletzt Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Anordnung an das Bundesverfassungsgericht gesandt. Dieser wurde zwar zur Entscheidung angenommen, was schon selten genug ist, aber nicht wunschgemäß entschieden. Meine Ausführungen seien nicht ausfühlich genug gewesen und ich hätte den Instanzenweg ausschöpfen müssen. Dieser jedoch, so heißt es im Beschluß, sei gar nicht möglich; er ist „nicht anfechtbar“. - Scheinbar ein eher dehnbarer Begriff, den ich als juristischer Laie nur falsch interpretieren kann.

Gestern, am 23.10., gelangte ich zu der Information, daß das besagte Gutachten noch überhaupt nicht erstellt ist, die Kinder noch gar nicht begutachtet, sondern 'lediglich' ein Bericht von der Gutachterin an das Gericht vorliegt. Es stellt sich die Frage, wieso von der Anzeige am 19.08. bis zum Besuch der Richterin am 30.10. elf Tage ins Land gehen konnten, wenn meine Kinder hochgradig gefährdet waren. – Gar ein Fall von 'unterlassener Hilfeleistung' durch Richterin und Jugendamt?

To be continued …

Deutschland, am 24.10.2020


Mittlerweile, wir schreiben den 29.12.2020, sind unsere Kinder seit 55 Tagen in einer Kindernothilfe-Einrichtung in Stralsund untergebracht, nachdem uns der die Fahndung leitende Kriminal-Hauptkomissar Ronny Lange aus Anklam 'freies Geleit' zugesagt hatte, sich am nächsten Tag, 04.11.2020, nicht mehr an sein Versprechen gebunden fühlte und zuerst unsere älteste Tochter und später auch unsere drei anderen Kinder vor uns 'sichern' ließ.

Dieser Sicherung vorausgegangen war unsere rund achtwöchige Reise quer durch die Republik und am 29.10. die Meldung eines 'besorgten Bürgers' an die Polizei, daß ein Mann mit vier Kindern seit mehreren Wochen in einer Pension im Hochsauerland wohnt und diese keine Schule besuchen. Gut, daß es in unserem Land noch oder wieder aufmerksame Bürger gibt.

Die herbeigerufene Polizei verhielt sich in zwei Schichten mit gesamt fünf Mann bis zum Nachmittag angenehm freundlich. Wir haben uns friedlich unterhalten, und ich konnte mich verhältnismäßig frei im Haus bewegen.

Nach etwa fünf Stunden gelang es den Beamten nach etlichen Fehlversuchen, das zuständige Jugendamt zu erreichen. Ein Mitarbeiter erschien am späten Nachmittag und erklärte, er solle meine Kinder nach Stralsund überführen. Ich bat ihn, sich unsere Geschichte zuvor anzuhören.

So saßen wir an diesem Abend – und noch einmal am nächsten Morgen – jeweils rund zwei Stunden zusammen, unterhielten uns und versuchten gemeinsam, 'die Sache' zu einem ordentlichen Ende zu bringen. Spät am 29. sowie am 30.10. war eine weitere Mitarbeiterin des Jugendamts zugegen; sie redete und spielte mit meinen Kindern. An beiden Tagen sahen beide keinen Grund und keine Notwendigkeit, unsere Kinder 'inobhutzunehmen'. Sie protokollierten die vorgefundene Situation und wünschten uns eine möglichst baldige Wendung zum Guten. Die realistische positive Einschätzung liegt 'unserem Jugendamt' vor und ist hoffentlich auch bald Teil der Gerichtsakte.

Alle Beteiligten dieses Tages haben besonnen und empathisch agiert. Sie haben sich die Mühe gemacht, die Situation ernsthaft und gründlich zu betrachten. Und sie sind zu dem Ergebnis gekommen, daß keine Maßnahmen angezeigt sind. Bis heute, es ist der vorletzte Tag des Jahres 2020, hat sich auf Rügen niemand der Exekutive die Mühe gemacht, sich ausführlich mit unseren Kinder zu befassen, ihre Wünsche ernsthaft zu erfragen oder gar zu berücksichtigen.

Besonders stößt mir auf, das sämtliche Informationen, die irgendein Prozeßbeteilgter gewahrwird, häufig in Art des Kinderspiels „stille Post“ derartig verändert sind, bevor sie das Licht der Welt erblicken und damit 'wunderbar' geeigent sind, die Argumentation aller unserer Widersacher zu untermauern. Dort, wo ich Gelegenheit habe, die Schriftstücke zu lesen, berichtige ich eventuelle Fehler. Generell geht es ein bißchen zu wie bei Aschenputtel bzw. Aschenbrödel: „Die schlechten ins Kröpfchen, die guten ins Töpfchen“ – Die für die gegnerische Argumentation mutmaßlich richtigen und wichtigen Informationen gelangen in die Gerichtsakte und in die Beschlüsse, die uns Familie und Eltern entlastenden entfalten bisher leider gar keine Wirkung.

Die Richterin wird nicht müde, von Beschluß zu Beschluß, die von ihr einmal zu Beginn aufgeführten Ansichten zu wiederholen. Daß etliche der (Fehl)informationen längst von mir widerlegt worden sind und andere gar nichts mehr mit der Jetztzeit gemein haben, vergißt sie dabei ein ums andere Mal zu erwähnen. Und immer noch verstößt sie gegen geltendes Recht, indem keines der obligatorischen Merkmale die Beschlüsse ziert. Das Jugendamt sowie der Amtsvormund als Teil desselben spielt 'toter Mann' und so leben unsere Kinder weiter in ihrem „Schutzraum“ – ohne ordentlichen richterlichen Beschluß oder erkennbarer, denn bewiesener Kindeswohlgefährdung.

Wo genau versteckt sich der Rechtsstaat?

Vor dreieinhalb Stunden habe ich die Beschwerde meiner Anwältin für das OLG in Rostock erhalten. Ich werde jetzt mal lesen, was sie formuliert hat; es keimt wieder ganz vorsichtig Hoffnung auf.

Ich werde berichten …


Es ist der 23. Februar 2021. Sehr viel ist geschehen, so viel und in solch kurzen Abständen, daß ich mich aktuell darauf beschränke, zu schreiben, zu telefonieren und die Kinder zu besuchen. Meine Anwältin, seit rund 24 Stunden Ex-Anwältin, hat es versäumt, die Beschwerde fristgerecht einzureichen. Richterin Lemcke-Breuel hatte in ihrer Rechtsbehelfsbelehrung fälschlich eine Monats-Frist angegeben; richtig wären 14 Tage gewesen, da wir uns im einstweiligen Rechtschutzverfahren befinden. Meine Fachanwältin für Familienrecht hat den Fehler nicht bemerkt und so ist der juristische Weg in diesem Verfahren erschöpft und uns der Gang zum Bundesverfassungsgericht verwehrt!

Damit ruht die letzte Hoffnung auf der Beschwerde unserer ältesten Tochter. Wir erwarten den Beschluß des OLG in dieser Woche, nachdem die Sache seit dem 29.12.2020 dort anhängig ist. Erwartungsgemäß hat sich Gericht bereits in der Ablehnung meiner Beschwerde so eindeutig positioniert, daß eine, den Beschluß der Amtsrichterin regulierende, Entscheidung kaum mehr zu erwarten ist. Daran wird vermutlich auch meine neuerliche Stellungnahme über 34 Seiten nichts ändern. Diese schien nötig, da seit dem 04.02. selbst der ASD (allgemeiner sozialpädagogischer Dienst) des Jugendamts von Kindeswohlgefährdung durch die Fremdunterbringung spricht. – Frage: Wieso haltet Ihr die Vollstreckung des Beschlusses dann aufrecht?


Auf zum Bundesverfassungsgericht …


Nachsatz: Wer ähnliche Erfahrungen gesammelt hat oder gerade sammelt, ist aufgerufen, mich unter Vater@JustizOpfer-Familie.de anzuschreiben. Ich stelle hier gern Platz für weitere wahre Geschichten zur Verfügung.